Verkehrssicherheitsarbeit

Verkehrssicherheitsarbeit

Der Staat kann und soll nicht alle Aufgaben übernehmen. Gerade im sozialen Bereich hat die Vergangenheit gezeigt, dass die Kirchen, Wohlfahrtsverbände und viele andere Hilfswerke durch den unermüdlichen Einsatz ihrer Helfer Vorbildliches geleistet haben.
Menschen zu helfen, welche ohne eigene Schuld in schwere Not geraten sind, ist wohl eine der dringendsten Aufgaben unserer Gesellschaft. Darin zeigt sich die Solidarität, ohne die unser Gemeinwesen nicht bestehen kann.

Aufgrund dieser Zahlen sieht das Unfallopfer-Hilfswerk eine seiner Hauptaufgaben in der vorbeugenden Verkehrssicherheitsarbeit, verbunden mit der Öffentlichkeitsarbeit.
Mehr Sicherheit im Straßenverkehr ist durch Vorsorgemaßnahmen zu erreichen. Durchschnittlich kommen jeden Tag allein in Deutschland ca. 25 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Diese Zahl weist den Straßenverkehr als einen der unsichersten Lebensbereich aus.

Wir müssen versuchen, die Verkehrssicherheit zum Anliegen aller Menschen in unserem Lande zu machen. Es sollen nicht nur die in der Verkehrssicherheitsarbeit engagierten Organisationen und Personen den Schutz des Menschen im Mittelpunkt ihrer Arbeit sehen, sondern es soll der betroffene Verkehrsteilnehmer zunehmend selbst erkennen, dass er mit seinem persönlichen Verhalten entscheidend zu mehr Sicherheit auf unseren Straßen beiträgt.

„Alle mit Fragen der Verkehrssicherheit befassten Personen und Organisationen sind aufgerufen, im Bemühen um mehr Verkehrssicherheit nicht nachzulassen.“ Zitat: Dr. Werner Dollinger, Bundesminister für Verkehr a. D.

Denn jeder Bürger kann durch sein verkehrsgerechtes Verhalten, durch Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft mit dazu beitragen, seinem Mitmenschen Sorgen und Nöte, Verletzung und Leid zu ersparen.
Lassen wir es nicht zu, dass Jahr für Jahr auf unseren Straßen so viele Menschen verletzt oder getötet werden und dass diese Opfer für die Gesellschaft als entschuldbar gelten. Wir alle müssen aus sozialer Vernunft und der Verantwortung des Einzelnen, eine gemeinsame Anstrengung unternehmen. Wir müssen alles tun, um den tausendfachen Verkehrstod und die Milliardenverluste für das Gemeinwesen zu mindern. Daher muss an die Stelle von Gleichgültigkeit Betroffenheit treten.
Bereits 1981 stand im Mittelpunkt der von der Bundesregierung einberufenen „Höcherl-Kommission“ die Forderung und dringende Empfehlung, die Verkehrsaufklärung und Öffentlichkeitsarbeit wesentlich zu verstärken. Es muss erreicht werden, den Verkehrsteilnehmern ein verändertes Sozialverhalten in Form von Bewusstseinsänderung anzuerziehen.
Da dieser Bericht das Schwergewicht auf Verkehrssicherheitsarbeit und auf intensive, breitangelegte Verkehrserziehung und Aufklärung legt, sieht das Unfallopfer-Hilfswerk eine Aufforderung mit seiner Arbeit entsprechend fortzufahren.
Verkehrssicherheitsarbeit muss langfristig konzipiert und durchgeführt werden, dies lehrt die Erfahrung vieler Jahre. Kontinuität ist notwendig aus Gründen der Glaubwürdigkeit und Effizienz. Deshalb ist die Öffentlichkeits- und Verkehrssicherheitsarbeit des Unfallopfer-Hilfswerkes ein wichtiger Hauptteil der Gesamtaufgabe. Es werden Maßnahmen zur Veränderung des Verhaltens der Menschen ergriffen, um ein stabiles, höheres Sicherheitsniveau zu erreichen.
Als einen der besten und erfolgreichsten Wege betrachtet das Unfallopfer-Hilfswerk das Einzelgespräch mit dem Verkehrsteilnehmer, weil hier auf den Menschen mit seinem Anliegen persönlich eingegangen werden kann.
Jährlich werden so etwa 100.000 Einzelberatungen durchgeführt. Diese Gespräche finden in der Regel anlässlich von Hausbesuchen und mittels Infoständen statt und tragen so zu mehr Rücksicht und Vorsicht im Straßenverkehr bei.